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Tariflohn gilt auch für 400-Euro-Kräfte | 11.490 Minjobber im Kreis Nordsachsen
Keine Lohn-Trickserei bei Minijobs – IG BAU warnt Arbeitgeber im Kreis Nordsachsen

Minijob nicht zu Dumpinglöhnen: Wer im Kreis Nordsachsen einen 400-Euro-Job annimmt, sollte sich vorher genau darüber informieren, wie hoch die Tariflöhne in seiner Branche sind. Denn: Arbeitgeber müssen Minijobbern den gleichen Stundenlohn zahlen, den ein regulär Beschäftigter erhält, sofern ein Tarifvertrag gilt. Darauf hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt hingewiesen. Im Kreis Nordsachsen seien nahezu 11.490 Menschen lediglich geringfügig beschäftigt. „Auch wer 400 Euro-Kräfte einstellt, muss sich an die Tarifverträge halten, die für die Branche gelten. Die Minijobber mit Niedriglöhnen abzuspeisen, ist rechtswidrig“, sagt Detlef Zeiß. Immer wieder, so der Bezirksvorsitzende der IG BAU Nord-West-Sachsen, versuchten Arbeitgeber mit Tricks und Druck, den Lohn von geringfügig Beschäftigten zu drücken.

„Für die Gebäudereiniger-Branche im Kreis Nordsachsen bedeutet dies: Chefs müssen Minijobbern mindestens 7,33 Euro Stundenlohn zahlen. Das ist der tariflich festgelegte Satz“, so Detlef Zeiß. Der IG BAU-Chef wehrt sich dagegen, dass Minijobber als „Beschäftigte 2. Klasse“ behandelt werden: „Wenn schon Minijob, dann aber auch fair bezahlt.“

Allerdings sei die große Zahl von 400-Euro-Beschäftigungsverhältnissen eine insgesamt fatale Entwicklung. Arbeitgeber nutzen geringfügige Beschäftigungen immer häufiger, um Personalkosten zu drücken. „Insbesondere in der Gebäudereiniger-Branche im Kreis Nordsachsen sind Minijobs gang und gäbe. Dadurch werden letztlich immer mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse verdrängt,“ so der Gewerkschafter. Für viele sei der 400-Euro-Job längst zur „regulären Beschäftigung“ geworden – mit „sozialen Spätfolgen“. Zeiß: „Minijobber haben keine Chance, ein ausreichendes Rentenpolster aufzubauen. Damit ist der direkte Weg in die Altersarmut vorprogrammiert.“

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