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Landtagswahl in Sachsen 2014

„Gibt es in der Zukunft noch Waldarbeiter in Sachsen?“ – diese Frage stand im Mittelpunkt der Fachkonferenz mit dem Titel „Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft in Sachsen aus sozialpolitischer Sicht“ am 16.06.2014 im sächsischen Siebenlehn.

PlenumEingeladen hatten die Fachgruppenvorstände der Waldarbeiter und der Vorstand der Landesvertretung der Angestellten und Beamten, um mit den im sächsischen Landtag vertretenen Parteien darüber zu sprechen, wie sie sich den Auswirkungen der demografischen Entwicklung im öffentlichen Dienst, besonders aber in der Forstwirtschaft im Falle ihres Wiedereinzuges in den Landtag nach der Wahl am 31.08.2014 stellen werden.

Der stellv. Vorsitzende des DGB-Bezirkes Sachsen Markus Schlimbach hielt das einführende Referat und kritisierte das sture Festhalten der Landesregierung an den Personalabbauzahlen. Er forderte die Politik auf, den demografischen Wandel zu gestalten, das sei die vordringliche Aufgabe der künftigen Landesregierung. Auch im Bereich der Forstwirtschaft geht der Personalabbau weiter. Bis 2020 werden nur noch 324 Waldarbeiter beim Staatsbetrieb Sachsenforst beschäftigt sein.

Der GPR-Vorsitzende des Staatsbetriebes Sachsenforst, Thomas Käppler legte dar, dass das Durchschnittsalter der Beschäftigten im Sachsenforst  2012 insgesamt bereits 50,7 Jahre betrug. Bei den Waldarbeitern sind das sogar 51,9 Jahre. Wenn das so weitergeht und man keine jungen Forstwirte einstellt, werden die Waldarbeiter im Jahr 2020 im Durchschnitt 58 Jahre alt sein.
Für eine gesunde Altersstruktur müssten jährlich 17 neue, junge Waldarbeiter eingestellt werden.

In der folgenden Podiumsdiskussion ging es um solche Frage, wie:

  • die Frage an die Parteien, wie sie eine gesunde Altersstruktur in den Belegschaften erreichen wollen.
  • was würde denn die SPD im Falle ihrer Wahl anders machen, als vorher, als sie schon einmal in Sachsen mitregiert hat.

FraktionDie Antworten der Fraktionsvertreter ließen in der anschließenden Diskussion erkennen, dass man lediglich oberflächliche Kenntnisse zum Thema Forstpolitik und Personalentwicklung hat, wobei die Vertreterin von Bündnis 90/Die Grünen, Eva Jähnigen den Schwerpunkt beim Naturschutz sieht, während die Vertreterin der Linken sich zwar darauf vorbereitet hatte, Nachhaltigkeit zu definieren, was das allerdings in der Praxis bedeutet, blieb im Dunkeln.
Als SPD-Vertreter betonte Stefan Brangs, dass der öffentliche Dienst als Ganzes nicht nur als Kostenfaktor betrachtet werden darf. Es muss eine Bestandaufnahme, eine Kosten-Nutzen-Rechnung her.
Allein der forstpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Georg von Breitenbruch war mit der Gesamtheit der Problematik vertraut und gab zu, dass unter den Vorzeichen der demografischen Entwicklung eine Aufgabenkritik unumgänglich ist. Aus seinen Redebeiträgen konnte man erkennen, dass er sich persönlich seit längerer Zeit auch mit Personalfragen im Sachsenforst befasst, wenn auch immer aus dem Blickwinkel eines Arbeitgebers und Waldbesitzers, der er auch ist.

Auf die Hauptfrage „Wird es in Zukunft noch Waldarbeiter im Sachsenforst geben?“
Sind alle Beteiligten eine konkrete Antwort schuldig geblieben.

Die Konferenz hat gezeigt, dass es für die Gewerkschaft, die Personalvertretungen und die Belegschaft dringend notwendig ist, immer wieder den Finger in die Wunde zu legen und Aufmerksamkeit für die politische Gestaltung des demografischen Wandels einzufordern.

Lassen wir hier nach, dann wird vergessen, dass der Mensch zwar den Wald braucht, aber umgekehrt auch der Wald den Menschen.
Der Anfang für den Umdenkprozess ist mit dieser Konferenz gemacht. Nach der Wahl werden wir die Fraktionen erneut einladen und prüfen, was aus ihren Versprechen im Wahlkampf aus sozialpolitischer Sicht geworden ist

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