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IG BAU: 5,56 Euro Floristen-Stundenlohn | Seit 10 Jahren keinen Cent mehr
130 Floristinnen im Kreis Nordsachsen finden zu Ostern „faule Eier“ im „Lohn-Nest“

Hart, aber kreativ: das Blumenbinden. So ein Osterstrauß wird mit viel Kreativität gemacht, aber für wenig Geld. Jedenfalls aus der Sicht von Floristinnen. „Sie arbeiten für einen absoluten Niedriglohn. Seit zehn Jahren schalten die Arbeitgeber auf stur, wenn es auch nur um einen Cent mehr Lohn geht“, kritisiert die Floristen-Gewerkschaft IG BAUNoch vor Ostern haben die rund 130 Floristinnen im Kreis Nordsachsen ein „faules Ei“ ins Nest gelegt bekommen: Die Floristik-Branche zahlt ihnen auch in diesem Jahr keinen Cent mehr Lohn. Das hat die Floristen-Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) scharf kritisiert. „Was die Floristinnen leisten ist der absolute Stress-Job – gerade auch jetzt zu Ostern“, sagt Detlef Zeiß.

Der Bezirkschef der IG BAU Nord-West-Sachsen ist sauer auf die Arbeitgeber. Seit mittlerweile zehn Jahren weigerten sich die Floristik-Chefs, am Verhandlungstisch einem fairen Lohn-Plus zuzustimmen. „Es sind die absoluten ‚Cent-Fuchser’. Die Arbeitgeber haben sich eiskalt verhalten“, so Detlef Zeiß. Er wirft dem Blumenhandel vor, ihre Beschäftigten als „kreative und zupackende Arbeitskräfte zu nutzen, aber billig abzuspeisen“.

Betroffen hiervon seien überwiegend Frauen. Ihr Anteil in den Floristik-Fachbetrieben, Blumen- und Kranzbindereien liegt, so die IG BAU, bei rund 94 Prozent. Selbst mit einer Vollzeitstelle reiche das Geld nicht, um ein sorgenfreies Leben zu führen. Im Schnitt verdiene eine Floristin in Sachsen lediglich 5,56 Euro pro Stunde, so die IG BAU. „Das ist bei weitem zu wenig. Es liegt deutlich unter dem Mindestlohn von 8,50 Euro, den Deutschland bekommen wird. Und wenn die Arbeitgeber im Osten nicht einmal bereit sind, das Mindeste vom Wenigen zu bezahlen, dann ist das einfach unverschämt und bitter“, so Detlef Zeiß.

Ziel der Floristen-Gewerkschaft sei es, über diesen Mindestlohn zu kommen. „Wir wollen, dass Floristinnen heute von dem Geld, das sie verdienen, auch vernünftig leben können. Und dass sie später mit ihrer Rente nicht in die Armut rutschen. Das geht aber nur, wenn die Floristinnen 8,50 Euro plux X bekommen“, sagt der Bezirksvorsitzende der IG BAU Nord-West-Sachsen.

Die Floristen-Gewerkschaft kündigte an, nicht locker zu lassen. Spätestens Mitte 2015 werde sich die IG BAU erneut mit den Arbeitgebervertretern aus Sachsen vom Fachverband Deutscher Floristen (FDF) an den Verhandlungstisch setzen. „Dann werden wir den Mindestlohn in Deutschland haben. Und dann geht es um das ‚X’ – um das, was auf den Mindestlohn oben drauf kommen muss“, macht IG BAU-Bezirkschef Detlef Zeiß deutlich. Die Floristen-Gewerkschaft strebt einen Tarifabschluss von gut 10 Euro Stundenlohn für eine ausgebildete Floristin an. Dies wäre „ein deutlicher Schritt in Richtung Ost-West-Lohn-Anpassung für die Floristen im Kreis Nordsachsen“.

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