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Kreis Nordsachsen: Baugenehmigungen für 232 Wohnungen im 1. Quartalt
Bauherren wollen 23,3 Millionen Euro in den Wohnungsbau investieren, aber nicht alle tun's

Schön, wenn er im Wind weht: Wo ein Richtkranz ist, da wurde gebaut. Allerdings führt längstEs wird gebaut: Für 232 Wohnungen gab es im ersten Quartal dieses Jahres im Landkreis Nordsachsen eine Baugenehmigung. Die Bauherren und Investoren gaben dabei an, in den Bau von Wohnhäusern rund 23,3 Millionen Euro investieren zu wollen. Das teilt die IG BAU Nord-West-Sachsen mit. Die Bau-Gewerkschaft beruft sich dabei auf aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Doch die IG BAU warnt vor „zu großen Neubau-Fantasien“: „Nicht hinter jedem Bauantrag, der einen Stempel bekommt, steckt auch eine ernsthafte Bauabsicht. Oft werden Baugenehmigungen nur eingeholt, um damit den Wert des Baulands zu heben – um also die Grundstückspreise nach oben zu jubeln“, sagt Detlef Zeiß.

Der Bezirkschef der IG BAU Nord-West-Sachsen sieht beim Wohnungsneubau im Kreis Nordsachsen „noch Luft nach oben“. Insbesondere auch beim altersgerechten Umbau vorhandener Wohnungen bestehe noch „ein enormer Nachholbedarf“. Seniorengerechte Wohnungen seien nach wie vor „Mangelware“. Auch bei der energetischen Gebäudesanierung gebe es noch eine Menge zu tun. Zeiß appellierte an Haus- und Wohnungseigentümer im Kreis Nordsachsen, hierbei die Förderprogramme der KfW intensiver zu nutzen. Die staatliche Förderbank (www.kfw.de) biete für den altersgerechten Umbau beispielsweise einen zinsgünstigen Kredit von bis zu 50.000 Euro oder einen Investitionszuschuss von maximal 6.250 Euro pro Wohneinheit.

Insgesamt sind, so die IG BAU, im vergangenen Jahr im Kreis Nordsachsen 560 Wohnungen neu gebaut worden – darunter nur 21 Eigentumswohnungen. „Der Wohnungsneubau ist die beste Mietpreisbremse. Jede Wohnung, die neu entsteht, zählt im System von Wohnungsangebot und Mieternachfrage“, sagt Detlef Zeiß. Um den Wohnungsneubau attraktiver zu machen und ihm einen schnellen Impuls zu geben, müsse es hier allerdings bessere steuerliche Anreize geben: Die lineare Absetzung für Abnutzung (kurz AfA) müsse von 2 auf 3 Prozent erhöht werden. In Ballungsräumen und Universitätsstädten, wo die Wohnungsnot besonders hoch sei, bedürfe es zusätzlicher Anreize für Investoren im Mietwohnungsbau. Diese Förderung müsse sich dann aber auch in den Mietpreisen niederschlagen. „Diese Botschaft müssen die heimischen Bundestagsabgeordneten mit nach Berlin nehmen“, fordert Zeiß. Der Wohnungsbau werde auch im Bundestagswahlkampf im kommenden Jahr eine zentrale Rolle spielen, so der IG BAU-Bezirkschef.

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