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Mirko Hawighorst ist neuer Ost-Chef der IG BAU
„Mindestlohn ist gut, Tariflohn ist besser“

Mirko Hawighorst ist neuer Regionalleiter der IG BAU Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen. Sein Anliegen: die „Lohn-Mauer“ zwischen Ost und West überwinden. „Das geht am besten durch Bezahlung nach Tarif und starke Gewerkschaften“, sagt HawighorstDer neue Chef der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen heißt Mirko Hawighorst. In diesem Monat rückt der 49-Jährige an die Spitze der Regionalleitung. Damit löst er Peter Schulze ab, der in den Ruhestand geht.

Hawighorst vertritt die Interessen der Beschäftigten aus über zehn Branchen – zwischen Altmark und Erzgebirge, zwischen Oberlausitz und Thüringer Wald. Dazu zählen neben Maurern, Dachdeckern und Malern auch Gebäudereinigerinnen, Floristen, Forstbeschäftigte, Umwelttechniker und Gärtnerinnen. „Wir haben viele Fachkräfte in der Region. Aber damit sie auch hier bleiben, muss man sie anständig bezahlen. Billiglöhne sind eben kein Standortvorteil, wie manche lange behauptet haben“, sagt Hawighorst. Der Gewerkschafter ist überzeugt: „Mindestlohn ist gut, Tariflohn ist besser!“

Nun will der gebürtige Cottbuser und Bauingenieur weiter daran arbeiten, „dass die Tarif-Mauer zwischen Ost und West endlich ganz fällt“. Dafür brauche es auch in Mitteldeutschland starke Gewerkschaften. „Zu ihnen gehört ganz klar die IG BAU“, sagt der neue Regionalleiter. So habe die Gewerkschaft jüngst per Tarifvertrag durchgesetzt, dass sich der Lohn-Abstand in der Gebäudereinigung zwischen alten und neuen Bundesländern auf zehn Prozent verringert. „Das ist ein enormer Erfolg – aber es sind immer noch zehn Prozent zu viel“, sagt Hawighorst.

1990 war Mirko Hawighorst einer der ersten, der die gewerkschaftlichen Strukturen nach der Wende neu aufbaute – damals noch im Wohnungsbaukombinat Cottbus. Zu dieser Zeit ging auch die ehemalige IG Bau-Holz in die bundesdeutsche IG Bau-Steine-Erden auf. An diese Erfahrungen will der Gewerkschafter anknüpfen: „Im Blick auf die bröckelnde Tariflandschaft muss den Beschäftigten auch heute klar sein, dass sie die Gewerkschaften mehr brauchen denn je.“

Sein Vorgänger Peter Schulze sei hier bereits einen riesigen Schritt vorangekommen, betont Hawighorst. Diverse regionale und betriebliche Tarifabschlüsse hätten den ostdeutschen Beschäftigten Job-Sicherheit gebracht. Zum Beispiel im Baustoffunternehmen „Schwörer Haus“ in Coswig: Hier organisierte Schulze mehrere Streiks – und erreichte einen eigenen Haustarifvertrag für die Mitarbeiter.

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